Carrot Cake – Achtung, lecker!

Na, wer von Euch hat alles gute Vorsätze für’s neue Jahr gefasst? Wer will sich gesünder ernähren? Und wer von Euch hält sich noch daran? Tja, Ihr müsst jetzt wohl leider ganz schnell wegschauen.

Alle anderen sollten, nein, müssen unbedingt weiterlesen, denn ich habe es gefunden: das ultimative Rezept für Carrot Cake, amerikanischen Karottenkuchen mit Frischkäsecreme! Nun ja, gefunden ist nicht ganz das richtige Wort, und das kam so: von einem -missglückten- Muffinrezept steht in unserem Kühlschrank noch ein Rest Buttermilch. Da die von uns keiner pur trinkt, habe ich überlegt wie die Buttermilch sonst noch Verwendung finden könnte. Klar, die Amerikaner backen doch viel mit Buttermilch und ich wollte schon immer mal diesen Red Velvet Cake ausprobieren. Also Rezepte gegoogelt, fündig geworden und das Wort „Cream Cheese Frosting“ gelesen.

Von dieser Sekunde an hatte ich das Bild eines dicken, saftigen Stücks Carrot Cake vor meinem inneren Auge. Ehrlich gesagt, ist das nämlich der einzige Kuchen mit Cream Cheese Frosting, den ich bisher gegessen habe. Und das eine Zeit lang mit großer Passion, bin ich doch zwei Jahre lang gependelt, und hatte reichlich Gelegenheit (oder auch: Wartezeit) um am Bahnhof noch kurz ein Stückchen Carrot Cake von Starbucks mit zu nehmen. Ich habe noch eine Weile versucht, mich mit einem der Red Velvet Cake Rezepte anzufreunden, aber vergeblich. Erinnerungen an saftig-würzigen, fluffigen Carrot Cake mit schneeweißem, süßem Frischkäsefrosting ließen mir das Wasser im Munde zusammenlaufen. Den wollte ich backen. Und genau SO sollte der schmecken. Also flugs die Suchmaschine auf Karottenkuchen umprogrammiert.

Irgendwie sah das auch alles ganz nett aus, aber ich war mir sicher: keines dieser Rezepte liefert den Kuchen, den ich im Kopf habe. Also habe ich experimentiert und in Anlehnung an die Rezepte, die ich gelesen hatte, meinen ganz persönlichen Carrot Cake kreiert. Mit Erfolg, darf ich sagen.

Ladies and Gentlemen, Fräulein Maier productions proudly presents: The best Carrot Cake unter der Sonne Deutschlands:

Für den Kuchen

175g Mehl
100g gemahlene Mandeln
250g Zucker (am besten Rohrohrzucker)
6 mittelgroße Karotten, fein geraspelt
3 Eier
230ml neutrales Pflanzenöl (zum Beispiel Biskin)
2 TL Backpulver
1 TL Natron
2 TL Zimt
1/2 TL chinesisches 5-Gewürz ( Mischung aus Szechuanpfeffer, Zimt, Sternanis, Fenchel und Nelke)
1 TL Salz
1 Vanilleschote
150g grob gehackte Walnüsse
ca 1cm frische Ingwerwurzel, frisch gerieben

Für das Frosting

250g weiche Butter
250g Puderzucker
250g kalten Frischkäse (pur, kein light Produkt)

Backofen auf 175° C Ober-Unterhitze vorheizen. Für den Kuchen die Eier luftig aufschlagen, den Zucker langsam einrieseln lassen und beides zu einer schaumigen Masse schlagen. Das Mark der Vanilleschote zufügen. Das Öl langsam dazugeben und weiter schlagen, es ergibt sich eine Art Majonäse. Mehl in eine Schüssel sieben und mit Backpulver, Natron, Salz und den trockenen Gewürzen vermischen. Die Mehlmischung in mehreren kleinen Portionen unter den Teig rühren. Zuletzt gemahlene Mandeln, gehackte Walnüsse und die fein geraspelten Möhren und Ingwer unterziehen. Den Teig in einer großen (26-28cm) oder zwei kleinen (18-20cm) Springformen 25-30 Minuten backen. In der Form mindestens 1-2 Stunden abkühlen lassen. Der Kuchen ist warm sehr brüchig.

Wenn der Kuchen vollständig abgekühlt ist, das Frosting zubereiten. Dazu die weiche Butter cremig rühren und nach und nach den gesiebten Puderzucker dazugeben. Auf niedriger Stufe rühren, bis sich Butter und Zucker zu einer glatten, geschmeidigen Masse verbunden haben. Dann den Frischkäse direkt aus dem Kühlschrank löffelweise zur Buttercreme geben, dabei auf niedriger Stufe nur so viel rühren, wie nötig ist, um eine glattes Frosting zu erreichen.

Beim  Frosting ist es sehr wichtig, dass die Zutaten die richtige Temperatur haben, in der richtigen Reihenfolge zusammengemischt werden und dass nicht zu viel gerührt wird. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Feuchtigkeit aus dem Frischkäse den Puderzucker auflöst und an Stelle eines fluffigen Frostings erhaltet ihr nur Suppe, die auf keinem Kuchen haften bleibt. Jegliche Versuche, verflüssigtes Frosting durch Zugabe von mehr Puderzucker zu verfestigen sind übrigens zwecklos. Die Masse wird immer flüssiger und immer süßer werden. Sollte Euch das passieren spart den Puderzucker lieber für einen zweiten Versuch auf…

Ich habe den Teig in zwei Tortenringen auf dem Backblech gebacken und zwischen beide Böden noch eine großzügige Schicht Creme verteilt. Das Frosting reichte locker aus, um den Kuchen auch noch von außen komplett zu bestreichen.

Noch ein Tipp für diejenigen unter Euch, die einen Entsafter besitzen: Anstatt die Möhren mit der Küchenmaschine oder Hand zu reiben, könnt Ihr die Möhren auch entsaften. Am besten Ihr hängt vorher einen Gefrierbeutel in den Tresterbehälter, dann könnt Ihr die Möhren entnehmen und anschließend noch ein paar andere Früchte dazugeben (Mein Tipp: Karotte-Orange-Ingwer, hmmmm…). So habt Ihr nicht nur einen tollen Carrot Cake, sondern auch noch einen gesunden Saft für’s Kalorien sparen am Tag davor oder danach. Der Kuchen wird trotzdem noch super-saftig!

Ach so, und wegen der Buttermilch? Die muss ich wohl anderweitig verarbeiten.
Vorschläge werden dankend angenommen!

Lasst es Euch schmecken!
Lisa

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21 Responses to Carrot Cake – Achtung, lecker!

  1. Ich liebe Carrot Cake und deiner sieht ja wohl so was von lecker aus!! Werde ihn demnaechst mal nach backen muessen, da ich schon ewig kein Carrot Cake mehr gegessen habe.
    Wie waere es denn mit Buttermilk Pancakes als Buttermilchverwendung?…. 😉
    LG, Laura

    • Lisa sagt:

      Danke, Laura. Der Carrot Cake war wirklich super, ich habe gerade das letzte Stück vertilgt :)

      Und Danke für den Tipp mit den Pancakes, die standen ja eh auf meiner Liste, hatte gar nicht auf dem Schirm, dass die auch Buttermilch brauchen.
      Alles Liebe, Lisa

  2. Steffi sagt:

    Ok, der Kuchen sieht HAMMER aus. Ich bestelle jetzt schon mal so zwei, drei, vier Stücke für meinen nächsten Besuch bei dir :-), als Nachtisch natürlich. Davor hätte ich nämlich gerne die Wasabi-Röllchen!! Geht das?

    • Lisa sagt:

      Für Dich würde ich auch ein sieben Gänge Menü kochen 😉 Aber warte ab, bis Du den nächsten Kuchen gesehen hast. Habe da nämlich noch was in Planung…

  3. Steffi sagt:

    Oha, der kann ja nur gut werden…wann sehen wir uns? :-*

  4. Sybille sagt:

    Welche ein Anblick. Wenn er genauso schmeckt, wie er aussieht, dann kann er nur wunderbar sein.

  5. Ada sagt:

    Hiho!

    Du, wieso nimmst Du denn Backpulver UND Natron? Ergibt das irgendeinen besonderen Effekt?
    Danke schonmal für Deine Antwort!
    LG,
    Ada

    • Lisa sagt:

      Hey Ada,

      eine gute Frage! In diesem Rezept ist es primär das Resultat von „try and error“. Grundsätzlich ist es wohl so, dass Natron stärker treibt als Backpulver, dafür aber noch Säure im Teig braucht, mit der es reagieren kann. Backpulver besteht im Prinzip schon aus diesen beiden Komponenten: Natron und der Säure, die die chemische Reaktion antreibt. Wenn man Natron und Backpulver mischt, kann sich das zusätzliche Natron mit an der sauren Komponente aus dem Backpulver bedienen, der Teig geht also stärker auf als wenn man nur Backpulver oder auch eine größere Menge Backpulver benutzt. Meines Wissens hat amerikanisches Backpulver im Vergleich zu deutschem von vornherein einen höheren Anteil an Natron, treibt also den Teig stärker auf. In vielen ursprünglich amerikanischen Rezepten wird daher sowohl Natron als auch Backpulver verwendet um das amerikanische Backpulver zu imitieren. Ich habe mich bei den Mengenangaben an verschiedenen Muffinrezepten orientiert.

      Ich hoffe das hilft Dir weiter und hier liest kein Chemiker mit, der sich über meine Stümper-Erklärung kaputtlacht 😉

      Lieben Gruß und schönes Wochenende!
      Lisa

      P.S. also ich denke der Kuchen gelingt auch wenn man nur Backpulver nimmt, dann wird der Teig aber weniger fluffig

  6. Christiane sagt:

    Hallo Lisa,
    ich habe den Kuchen heute zubereitet und wir essen ihn gerade. Ich denke, mit diesem Rezept hast Du (und ich, weil ich ihn gebacken habe und er gelungen ist) Dir eine grüne Starbucksschürze verdient. Sehr dicht am Original! Ich empfehle, 2 Böden zu backen, denn einen großen Boden zu teilen ist schwer, wie Du geschrieben hast. Vielleihct hätte ich die Walnüsse auch feiner hacken sollen :-).. Also, Danke für Dein Rezept!! Super!

  7. Carina sagt:

    Hallo Lisa-
    so,ich habe gerade den ersten carrot cake mit frosting meines Lebens gemacht- ich glaub ich sterbe-SOWAS von lecker!!
    Danke für das Rezept!!

  8. Ebru sagt:

    Hallo Fräulein Maier :-) backe gerade den Kuchen alle Zutaten drinne der Kuchen ist auch auf gegangen aber in der Mitte noch total flüssig….lasse jetzt mal weitere 15 Minuten im Ofen…eine Idee woran es liegen kann..

    LG aus Köln

    • Ebru sagt:

      Jetzt ist er fertig gebacken..Der Kuchen wird morgen vernascht. Soll ich das Frosting heute über den Kuchen ziehen oder lieber morgen…Vielen Dank im Voraus für deine Antwort :-)

  9. Amon sagt:

    Der Kuchen auf dem Bild besteht aus zwei Böden. Wird auch im Text so beschrieben. Reicht der Teig für 2 Böden mit je 26 cm Durchmesser? Oder hatttest Du mit dem Tortenring einen kleineren Durchmesser gewählt?

  10. Yvonne sagt:

    Ich bin zufällig auf dein Rezept gestoßen und muss sagen, dass mir dass Wasser im Mund zergangen ist.

  11. Elle sagt:

    Ich habe deinen Carrot Cake heute ausprobiert, aber trotz vorgeheiztem Ofen und der großen Springform musste der Kuchen ganze 50 Minuten in den Ofen? Bin deinen Anweisungen präziser gefolgt, aber nach 25-30 Minuten war der Kuchen noch total „wabbelig“ und definitiv noch nicht fertig!

  12. Tina sagt:

    Hallo Fräulein Maier,

    Bin auf der Suche nach einem Kuchenrezept auf deine Seite gestoßen!
    Hab deinen Carrot Cake zu Ostern gemacht, alle waren restlos begeistert! Echt Hammer lecker!! Hab nur etwas weniger Zucker beim Frosting genommen und die Eier getrennt aufgeschlagen! Der Teig war super fluffig!
    Freue mich über mehr Rezepte von dir!
    Liebe Grüße
    Tina

  13. Max sagt:

    Hallo Fräulein Maier,

    im Frühjahr war ich mit meiner Freundin in Prag, der „goldenen Stadt“, mit tausenden Cafés und Kneipen. Eine wunderschöne Stadt mit gutem Kaffee, Bier, Essen und leckerem Kuchen. Besonders ist uns der Rüblikuchen aufgefallen, der in fast jedem Kaffee mit leicht abgewandelter Rezeptur angeboten wird. Zurück in Deutschland habe ich mich direkt auf die Suche nach einem passenden Rezept gemacht und nach unzähligen Stunden dieses Rezept gefunden.

    Genau nach Rezeptur gebacken, 50g weniger Walnüsse, noch den Saft einer halben Zitrone ins Frosting und fertig war das Wunderwerk. So habe ich den Rüblikuchen vorher nur in Prag gegessen, da er hier nicht so verbreitet zu sein scheint. Fluffig, saftig und würzig. Einfach KLASSE!

    Danke für das tolle Rezept und grüße aus dem Pott.

    Max

  14. Sarah sagt:

    Hallo! Ich möchte unbedingt dieses fantastische Carrot Cake Rezept nachbacken. Allerdings möchte ich ebenfalls zwei Böden haben, habe aber nur eine 20cm Backform. Könnte ich den gesamten Teig in der einen Form backen und dann in der Mitte durchschneiden? Oder würde der Kuchen nicht richtig durchbacken?

  15. Maja sagt:

    Hallo,

    ich würde soooo gerne diesen lecker aussehenden carrot cake backen. Als ich jetzt aber auf dem Markt beim Bauern meines Vertrauens in die Möhrenkiste schaute, war mir nicht klar, welcher dieser Möhren denn nun „mittelgroß“ sind. Es gab sie in allen Größen und Dicken – ellenlang, aber dürr, ziemlich kurz, aber dick, krumm und von oben nach unten dickdünn … und gewichtsmäßig ebenfalls seeeehr unterschiedlich. In unserem Supermarkt sind die Möhren genormt. Aber ist das mittelgroß? Hättest Du vielleicht eine Gramm-Angabe für mich? Das wäre super!

    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Maja

  16. Janine sagt:

    Huhu,ich habe deinen Carrot Cake gestern ausprobiert und muss sagen….. WAHNSINNIG TOLL!!!!Er war so mega lecker, dass werde ich noch öfter machen!
    Danke für das Rezept

  17. Bettina sagt:

    Hallo Lisa

    Das ist wirklich ein feiner, sehr feuchter und aromatischer Karotten-Kuchen. Für uns jedoch eine Spur zu süss. Ich würde sowohl im Kuchen-Teig wie im Frosting etwas weniger Zucker verwenden. Scheinbar ist der Schweizer-Frischkäse (auch Philadelphia) anders in der Zusammensetzung, wie der aus Deutschland. Das Frosting sollte bei mir eher dickflüssig sein. Ich wollte nicht die ganze Torte eindecken, das Frosting sollte nur ungleichmässig an den Seiten herunterlaufen. Ich habe bestimmt 10 Minuten mit dem Mixer gerührt – und das auf höchster Stufe. Keine Spur von flüssig.

    Ich habe 2/3 vom Rezept in drei 13er-Springformen gebacken. Das Ergebnis ergab ein süsses dreistöckiges Törtchen.

    vielen Dank für das feine Rezept
    liebe Grüsse und ein tolles Wochenende
    Bettina

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