Unser Weihnachtsmenü: Sauerbraten nach Oma’s Rezept

Mädels, der Countdown läuft! Noch 7 Tage bis Weihnachten -Aaaargh!

Die „Keep Calm, it’s only Christmas“-Tasse läuft bei mir auf Dauerrotation und das zu Recht: Es ist  nämlich das erste Mal, dass wir Weihnachten bei uns zu Hause feiern. Also nicht bei meinen Eltern, nicht bei der Schwiegermutter. Bei uns. Und alle kommen. Also immerhin 7 Erwachsene und deshalb bin ich ganz schön aufgeregt. Die Wohnung soll toll aussehen, alle sollen sich wohl fühlen und ein leckeres Weihnachtsmenü serviert bekommen. Und hier wird es schwierig: Die Familie Maier (senior) pflegt da nämlich ganz andere Traditionen, als die Fräulein-Familie. Bei uns wurde immer schon an Heiligabend voll aufgetischt. Ein festliches Menü mit drei Gängen muss es mindestens sein. Vorzugsweise mit Wild im Hauptgang. Hindert einen ja nicht daran an den folgenden zwei Feiertagen noch mal fein zu essen…

Bei Maier seniors hingegen kam an Heiligabend eher eine „Kleinigkeit“ auf den Tisch. Zwar nicht Bockwurst mit Kartoffelsalat, aber irgendetwas ähnlich schnell zuzubereitendes. Ein Klassiker muss wohl Vitello Tonnato gewesen sein. Das Wildmenü war dann für den ersten Feiertag gesetzt und wurde traditionell von meinem leider schon verstorbenen Schwiegervater zubereitet. Und hier wird es richtig schwierig, denn natürlich wollen wir an Weihnachten nicht zu viele traurige Erinnerungen wecken, die Schwiegermama leidet nämlich immer noch sehr unter dem Verlust. Wild ist also raus. „Nur“ Vorspeisen auch, das geht für mich und meinen Teil der Familie gar nicht. Dann muss es gut vorzubereiten sein, denn wir haben eine offene Küche und möchten nicht den ganzen Abend im Geruch von Kurzgebratenem sitzen. Hmpf…

Dann kam die Erleuchtung: Sauerbraten! Der ist zwar nicht der Höhepunkt der Haute Cuisine, aber zumindest etwas Besonderes. Ausserdem kann man den prima schon am Vortag komplett zubereiten und dann an Heiligabend nur noch aufwärmen. Sauerbraten ist eines der wenigen Gerichte, die davon sogar geschmacklich profitieren. Dazu wird es dann ganz klassisch Rotkohl und Klöße geben. Mit Hilfe von fertigem Kloßteig aus der Kühltheke und ein paar Kniffen zur Verfeinerung von Rotkohl aus dem Glas wird daraus ein köstlicher Hauptgang. Und für alle, die bisher auch noch planlos waren und Appetit bekommen haben, hier das Rezept:

Oma’s Sauerbraten

für 7-10 Personen:
2,5 kg Rinderbraten
2 Liter Balsamico-Essig
2 Liter Rotwein
1-2 Liter Wasser
2 Packungen Gewürzmischung für Sauerbraten (ich habe die von Ostmann genommen)
3 Zwiebeln
1 Packung Suppengrün
2-3 Möhren
etwas Rübenkraut zur Verfeinerung
nach Belieben Rosinen
Speisestärke oder Butter und Mehl, um die Soße zu binden

Achtung! Der Braten sollte idealerweise 7-10 Tage in der Beize ziehen, bevor er gebraten wird.

Für die Beize Essig, Rotwein und Wasser mit den Gewürzen aufkochen, ca. 10 Minuten bei kleiner Flamme simmern lassen. Das Fleisch in ein Gefäß legen, das ihr bis zur Zubereitung im Kühlschrank oder kalten Keller lagern könnt. Die Beize im Topf ein wenig abkühlen lassen und heiß, aber nicht mehr kochend, über das Fleisch gießen. Gegebenenfalls Rosinen dazugeben. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, dann verschließen oder mit Frischhaltefolie abdecken, und bis zur Zubereitung an einem kühlen Ort ( 0-8° C) lagern.

Am Tag der Zubereitung das Fleisch aus der Beize nehmen und trocken tupfen. Die Beize durch ein Sieb gießen und die Flüssigkeit auffangen. Den Braten im Bräter von allen Seiten scharf anbraten. Temperatur reduzieren und die gewürfelten Zwiebeln glasig dünsten, dann das gewürfelte Suppengemüse und die Möhren dazugeben und kurz mit schmoren. Jetzt etwas von der Beize wieder hinzugeben, der Braten sollte ca. 1/3 bedeckt sein. Den Braten im Ofen schmoren lassen, entweder 3-4 Stunden bei ca. 160° C oder mindestens 6 Stunden bei 80°C. Für den zweiten Fall solltet ihr ausreichend Zeitpuffer einplanen, falls das Fleisch noch nicht gar sein sollte. Am besten besitzt ihr ein Fleischthermometer, um die Kerntemperatur zu messen.

Wenn das Fleisch gar ist, nehmt ihr den Braten aus der Flüssigkeit, gießt die Bratenflüssigkeit noch mal durch ein Sieb und bindet die Flüssigkeit mit etwas Speisestärke, oder Mehl und Butter zur Soße. Diese mit Salz, Pfeffer und etwas Rübenkraut abschmecken.

Wenn der Braten schon am Vortag gebraten wird, kann man am nächsten Tag den Braten im Ganzen, oder bereits in Scheiben geschnitten, in der Soße langsam erwärmen.

Dazu Kartoffelklöße und Rotkohl reichen. Rotkohl aus dem Glas wird übrigens besonders fein, wenn man ihn mit etwas Gänseschmalz und einem gewürfelten Apfel verfeinert.

 

Bilder des Festmahls werden natürlich nachgereicht (schon geschehen, siehe oben) – morgen geht es hier erstmal weiter mit der Vorspeise.

Und was gibt es bei Euch an Heiligabend?

Alles Liebe,
Lisa

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One Response to Unser Weihnachtsmenü: Sauerbraten nach Oma’s Rezept

  1. Leiser Veronika sagt:

    Liebes Fräulein Meier
    Auf der Suche nach geeignetem Festagsmenu bin ich auf Ihrer Seite gelandet. Danke dafür! Sie sprechen mir aus dem Herzen, der Weihnachtssauerbraten könnte meine Chance sein, die Gäste in wohlige Stimmung zu versetzen!

    Grüsse Veronika

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