Schlechtes Gewissen einer Mutter

Ihr Lieben, eigentlich wollte ich Euch heute ein wenig mehr von der Geburt des Mini-Maier erzählen. Denn heute wäre unser errechneter Termin gewesen. Ein Sonntagskind! Naja, hat dann nur für den Samstag gereicht…

Heute muss ich aber erst einmal „unserer Großen“ -und meinem schlechten Gewissen- den nötigen Platz einräumen. Die Maus ist krank. Das erste Mal. In Zwei Jahren. Na gut, das erste Mal in einem Jahr und 363 Tagen… Bisher sind wir ausser mal nem Schnupfen und einer Blasenentzündung, die keinerlei Beschwerden verursacht hat (gemerkt hab ich’s am Geruch der Windel), von jeglichen größeren Krankheitsgeschichten verschont geblieben. Toi toi toi.

So habe ich mir auch eigentlich nichts dabei gedacht, als das kleine Fräulein heute Nacht im Schlaf kurz aufgeweint hat. Vielleicht hat sie schlecht geträumt. Soll ja schonmal vorkommen. Nach zwei, drei Schluchzern, ich war gerade aus dem Bett aufgestanden, war wieder Stille im Kinderzimmer. Der Liebste und ich schauen uns kurz an. Übernächtigt, nach gefühlten 250 Stillpausen (ich) und anschließendem Wickeln (er). Und legen uns wieder schlafen. Als ich heute Morgen ins Kinderzimmer ging, das kleine Fräulein schläft noch im Gitterbettchen und weckt uns, indem sie einfach nach Mama oder Papa ruft, musste ich erst einmal lachen: Fräulein’s Haare stehen in alle Richtungen zu Berge, das hatte ich so noch nicht gesehen. Beim näher treten dann der Schock: Sie hatte sich erbrochen, war von oben bis unten verschmiert! Obwohl sie beim Betreten des Zimmers noch gut gelaunt war, beginnt sie zu weinen, als ich sie in die Arme nehme. Mir bricht das Herz.

Meine kleine, süße Maus schläft die ganze Nacht in ihrem eigenen Erbrochenen und ich merk’s nicht. Oder noch schlimmer: ich hätte es merken können und bin nicht rein gegangen. Weil ich mit Kind zwei beschäftigt war. Weil mir ein bisschen Schlaf wichtiger war, als nach zu sehen, warum sie geweint hat. Bäm. Was für eine Rabenmutter.

Zu meiner Rechtfertigung (also zur Linderung meiner Gewissensbisse): Sie hat anscheinend im Halbschlaf gebrochen und danach sofort weiter geschlafen. Im Laufe des Tages hat sie sich noch zwei Mal erbrochen und beide Male nur unmittelbar dabei geweint, danach weiter gespielt als sei nichts passiert.
Normalerweise ruft sie uns, wenn irgendetwas ist, bzw. gehen wir natürlich ins Zimmer wenn sie weint, drehen aber halt manchmal um, wenn es im Kinderzimmer schon wieder still ist bevor wir die Tür geöffnet haben. Das kleine Fräulein hat nämlich einen sehr leichten Schlaf, steht sofort senkrecht im Bett, wenn man auch noch so leise versucht sich ins Zimmer zu schleichen. Und dann ist sie erst mal wach. Die nächsten zwei Stunden braucht dann hier niemand an Schlaf zu denken…

Trotzdem tut es mir so wahnsinnig leid, das ich heute Nacht nicht für sie da war! Heute haben wir erstmal das Babyfon wieder ausgepackt, um ganz genau zu hören, was im Kinderzimmer vor sich geht. Ich hoffe die kleine Maus hatte sich nur den Magen verdorben und ist schon morgen wieder fit…

Es grüßt die Rabenmutter,
Lisa

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8 Responses to Schlechtes Gewissen einer Mutter

  1. Frau Süd sagt:

    Oh nein, oh nein, die arme Kleine. Erbrechen ist echt was ganz besonderes ekelhaftes. Ich wünsche euch ganz sehr dass euere kleine Grosse ganz schnell wieder ganz fit ist und sich niemand von euch ansteckt. Und nun zum schlechten Gewissen: ich kann so so gut nachfühlen wie es Dir geht, ABER: mach Dir keine Vorwürfe, Du bist KEINE Rabenmutter. Ich verstehe dass man sich im Nachhinein Vorwürfe macht, aber Du bist auch nur ein Mensch und es konnte wohl niemand damit rechnen was passiert ist. (ich weiss: Vernunft und Mutterherz finden da nur schwer zusammen!)

    Ich wünsche euch alles Gute! Liebe Grüsse von
    Frau Süd

    • Lisa sagt:

      Oh ja, Vernunft und Mutterherz leisten sich ja so manchen Kampf 😉

      Gott sei Dank ging es der Großen heute schon wieder besser! Der Mini hat heute Nacht nach einem Stillmarathon mal geschmeidig ALLES wieder ausgespuckt (also nicht nur das übliche Bäuerchen), den tag über aber gut getrunken und nicht weiter gespuckt. Bis auf den Schlafmangel scheinen wir es also überstanden zu haben…

      Lieben Gruß, Lisa

  2. Julia sagt:

    Ach, du Arme, ich kann das soooo gut nachvollziehen. Dieses schlechte Gewissen macht einen ganz fertig, vor allem, wenn die Kleinen dann noch so „brav“ sind, obwohl es ihnen ja eigentlich nicht gut geht.
    Ich hab heute auch erst daheim gemerkt, dass Pauls Body und Shirt an einer Seite ganz nass waren, da die Windel wohl nicht dicht gehalten hat und an der Stelle war er eisigkalt, da wir ja nur draußen gewesen waren. Das war auch ganz schlimm! :-( Aber er hat sich auch erholt.

    Und ich denke, wenn es deiner Maus richtig schlecht gegangen wäre, hätte sie sich schon lauthals geäußert und wäre nicht wieder eingeschlafen, also mach dir nicht zu viele Sorgen.

    Liebe Grüße von Rabenmutter zu Rabenmutter 😉

    deine
    Julia

    • Lisa sagt:

      Du sagst es, die Kleinen nehmen das alles auch noch so hin und lieben einen trotzdem…
      Naja, wir geben uns ja auch grösste Mühe. Manchmal haut’s eben nicht hin.
      Mal gucken, ob ich das Erlebnis reframen kann, wenn der Kleine schläft werde ich mich bei Dir coachen 😉

      Alles Liebe, Lisa

  3. Olga sagt:

    Liebe Lisa,

    erstmal die allerherzlichsten Glückwünsche zu eurem Mini-Meier!!!
    Ich lese seit einiger Zeit regelmäßig dein Blog und finde ihr TOLL!
    Zum anderen, mach dich damit nicht fertig! Du bist sicher nicht die einzigste Mama, bei der das Kind im Erbrochenen wieder eingeschlafen ist (auch wenn es echt eklig klingt). Mir ist es auch passiert, seitdem steh ich halt auf und guck lieber nach :-)
    Wir sind nicht perfekt und machen mal Fehler. Solange wir danach wieder „aufstehen“ und weitergehen, ist alles ok. Und deine Maus hält dich bestimmt nicht für die Rabenmama sondern bestimmt für die beste Mama der Welt.

    LG
    Olga

    • Lisa sagt:

      Liebe Olga,

      tausend Dank für Deine Glückwünsche und schön von Dir zu lesen! Es tut so gut zu hören, dass anderen genau dasselbe passiert… Ich werd in Zukunft sicher auch lieber einmal zu viel als zu wenig gucken…

      Ganz liebe Grüße, Lisa

    • Lisa sagt:

      …ich kann leider bei Dir auf dem Blog nicht kommentieren, ich bin zu technisch unbegabt um mir ne OpenID anzulegen *schäm*

      Du nähst tolle Sachen – wollt ich nur mal sagen :)

    • Olga sagt:

      :-) Du, geht mir mit den technischen Sachen genauso, kein Problem. DANKE!

      LG

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