Eine schwere Geburt?

…die hat zumindest schon einmal dieser Blog-Beitrag. Zuerst gespeichert am 19. März 2013 um 18:47. Nur die Überschrift.

Irgendwie mag mir seit Tagen kein schöner Blogpost aus der Feder schlüpfen. Denn obwohl ich diverse Kreativprojekte gleichzeitig weiter verfolge, und durchaus inzwischen das ein oder andere vorzeigbare Resultat daraus hervor gegangen ist, habe ich das Gefühl ich bin noch nicht fertig. Und was nicht fertig ist wird nicht gezeigt. So. Denn im Hause Maier geht es im Moment nicht mehr um ein einzelnes kleines Mützchen, oder zwei Bilder an der Wand. Hier läuft gerade ein Großprojekt in der Endphase. Da geht es um das große Ganze, Alles oder Nichts: Mini Maier.

Und der letzte große Meilenstein, der uns noch trennt ist eben die Geburt. Zu dieser Überschrift hatte mich die Lektüre von Julia’s Bericht über die Geburt ihres ersten Sohnes, Paul, animiert. Leider ist für Julia nicht alles so schön gelaufen, wie sie es sich erhofft hatte, aber nach einer holprigen Geburt die im Kaiserschnitt endete, sind beide wohl auf. Auf Julia’s Blog berichtet sie regelmäßig über den Alltag der kleinen Familie und so ließ sie ihre Leser nun einige Wochen nach der Geburt auch an dieser Erfahrung teilhaben.

Zu Beginn dieser Schwangerschaft habe ich mich als stille Leserin in ein Schwangerschaftsforum verirrt, in dem es um das Thema Hausgeburt und Geburtshausgeburt geht. Was mich sehr irritiert und zugegebenermaßen auch etwas verunsichert hat, war der zum Teil extrem feindselige Ton gegenüber einer modernen, schulmedizinischen Schwangerschaftsbegleitung und Geburt. Die Beiträge zeichneten ein Bild des Schreckens einer Geburt im Krankenhaus: stündlich wechselnde Hebammen, die einen bestenfalls anschreien wenn man nicht bereit sei ordentlich mit zu arbeiten werde das wohl eh nichts und einen schlimmstenfalls einfach sofort am Bett festschnallen, um nach diversen ungewollten Eingriffen einen Notkaiserschnitt anzuordnen. Ärzte, die keinerlei Interesse am Wohlergehen von Mutter und Kind haben, sondern nur die Rechnung im Auge behalten und Wöchnerinnen-Stationen, die die Entwicklung einer liebevollen Mutter-Kind-Beziehung von vornherein unmöglich machen. Eine Mischung aus leidvollen Erfahrungen, Hörensagen und wilden Vorurteilen.

Das alles entsprach so gar nicht meinen Erfahrungen bei der Geburt des kleinen Fräuleins. (In der Klinik. Ha.) Und dennoch schürte der negative Unterton dieses Forums in mir Zweifel: Was, wenn Du diesmal so eine Horror-Hebamme erwischst? Unsere Beleghebamme vom letzten Mal bietet leider keine Geburtsbegleitung mehr an… Was, wenn die Geburt wieder so lange dauert und du 5 Schichtwechsel mitmachen musst, und jede neue Hebamme eine andere Meinung hat?

Das Lesen in diesem Forum hatte mich wirklich verunsichert. Und wenn ich trotz einer vorausgegangenen, unkomplizierten Geburt solche Zweifel bekam, wie sollte es dann einer Erstgebärenden gehen, die vielleicht von vornherein schon Angst vor der Geburt hat? Lange habe ich überlegt, meine positiven Erfahrungen in dem Forum zu schildern. Um zu zeigen: so geht es auch! Habt keine Angst! Diese Panikmache ist so schrecklich: auf der einen Seite die Sicherheitsfanatiker, die schon ausflippen, wenn man erwähnt, dass die Klinik in der man entbindet keine Säuglingsintensivstation hat. Gerne auch mit hilfreichen Tips, wie „Naja, also wenn wir damals nicht in das Perinatalzentrum gefahren wären hätte unsere Tochter es wohl nicht geschafft…“ Äh, ja, das war in der 27. Schwangerschaftswoche, ich bin jetzt in der 38., ohne Hinweis auf irgendwelche Schwierigkeiten…
Auf der anderen Seite die Super-Ökos, die meinen, der einzig menschenwürdige Start ins Leben ist der im Geburtspool im heimischen Wohnzimmer, durch Hypnobirthing und die stimmungsvolle Gitarrenuntermalung durch den WG-Kumpel natürlich völlig schmerzfrei für die Mutter. Alle anderen können sich und ihre Erziehungsmethoden direkt auf eine Liste mit Mussolini und Fidel Castro setzen.

Puh, warum machen die es sich selbst und vor allem allen Frauen, die noch eine Geburt vor sich haben so schwer? Mal ganz ehrlich. In Deutschland kommen die allermeisten Kinder gesund zur Welt. Egal wo, und egal ob innerhalb von 2 Stunden oder 24, bei 37+5 oder 41+3, ob mit Eros Ramazotti im Hintergrund oder nur dem eigenen Schreien, im Wasser oder auf dem Rücken im Bett liegend. Das ist kein Wettbewerb, bei dem es gilt eine gute Figur zu machen. Und wenn am Ende doch alles anders gekommen sein sollte, als ich es mir erhoffe, zählt doch nur eins: ich bin Mutter!

Im Forum habe ich mich übrigens nie geäußert und auch hier bringe ich keinen Geburtsbericht zu Stande. Ich weiß auch gar nicht, ob das helfen würde auszudrücken was ich so gerne allen Schwangeren mitgeben würde:

Hört auf Euer Herz. Sollten keine ernsten medizinischen Bedenken einen bestimmten Geburtsablauf vorgeben, entbindet dort wo und wie Ihr Euch am wohlsten fühlt. In der Uniklinik oder auf der Couch. Hört auf Euch und Euren Körper und habt keine Scheu den an der Geburt beteiligten Personen Eure Wünsche klar und deutlich mit zu teilen. „Ich möchte jetzt nicht untersucht werden“/“Ich möchte JETZT eine PDA“… Und versucht auf jeden Fall die Ruhe zu bewahren, auch wenn die Umstände oder die Geburtsbegleiter es Euch schwer machen. Keine Geburt dauert ewig, der schlimmste Wehensturm geht vorbei, die fieseste Krankenschwester hat irgendwann Schichtende und jede Narkose endet. Es bleibt eins: Ihr habt etwas wundervolles vollbracht, einen kleinen Menschen geboren. Das ist das Ergebnis von 9 Monaten und ganz viel Liebe und keinen Deut mehr oder weniger wert weil man sich für eine PDA entschieden hat, oder einen Kaiserschnitt bekommen musste. Ihr könnt stolz auf Euch sein – so oder so!

Ruhig auch schon vor der Geburt 😉
…oder 30 Jahre danach!
Ich fange jetzt schon mal damit an.

Alles Liebe, Lisa

 

 

 

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5 Responses to Eine schwere Geburt?

  1. Maria sagt:

    Gute Posts dürfen gerne mal etwas länger brauchen!!!
    Denn das ist richtig toll geschrieben!!!

    Mensch, was habe ich für Kopfkino damals gehabt & dann kam es sowieso ganz anders… :)

    Und was ich eigentlich sagen wollte:
    Wie cool, 77.777! …und ich hab’s ein paar Klicks später verpasst! 😀

    Ich mochte grünen Tee bisher auch nur aromatisiert in Teemischungen und Matcha lieber etwas dünner oder mit mehr Milch aufgegossen!

    Noch ein schönes restliches Wochenende.
    Und vorallem noch ein paar entspannte Tage…
    Maria

  2. Julia sagt:

    Liebe Lisa,
    schön, dass ich dich zu diesem Post animieren konnte!
    Ja, du hast völlig recht, man sollte einfach Ruhe bewahren und akzeptieren, dass man nicht auf alles einen Einfluss hat. Und dass nicht alles so laufen wird, wie man es sich wünscht oder erhofft und trotzdem stolz auf sich sein.
    Und trotz meiner blöden Geburt, wo ich ja das fehlende Bonding nach der Vollnarkose mit am schlimmsten fand, ist mein Baby heute, nachdem es den ganzen Tag quengelig war und viel geheult hat, mit einem tiefen Seufzer bei mir im Tragetuch eingeschlafen, wo es seit drei Stunden tief und fest schläft. Ich denke, Bonding entsteht nicht in den 30 Minuten nach der Geburt, sondern in den Tagen, Wochen, Monaten und Jahren danach…;-) Daher sollte man wirklich gelassener an das Thema Geburt rangehen…

    Danke für deinen klugen Beitrag!

    alles Liebe und toitoitoi für den Countdown!!!
    deine Julia

    • Lisa sagt:

      Liebe Julia,

      ich bin mir sicher, ihr seid ein tolles Team!

      …mal gucken, wie viel Gelassenheit ich mir dann bewahre wenn’s heiß her geht 😉

      Lieben Gruß,
      Lisa

  3. Melanie sagt:

    Huhu, jetzt meld ich mich auch mal bei dir. ja, die geburt von minime ist sehr anders verlaufen als geplant/gewünscht. nichts wirklich schlimmes – das übliche eben, es kommt halt einfach oft anders als man plant. nur deinen aufruf, auf das herz zu hören und es deutlich zu sagen, wenn man dies oder jenes möchte, kann ich nicht ganz unterschreiben. nicht, weil du nicht recht hättest, sondern einfach aus der erfahrung, dass man in dieser situation unter der geburt doch sehr verunsicherbar ist, und einfach auch mit anderen dingen (wehen veratmen!) beschäftigt. ich hab viel um mich rum auch nicht mitgekriegt. damit will ich gar nicht gegen klinikgeburt plädieren, nur würd ich nach möglichkeit ‚vorarbeiten‘: möglichst dem partner erzählen, wie man sich die geburt wünscht und ihn ‚verpflichten‘, da fürzusprechen und – wenn das krankenhaus das anbietet – zu einem vorgespräch gehen. und sich „es kommt eh anders“ als mantra irgendwo tätowieren lassen :-)

    • Lisa sagt:

      Hey, schön von Dir zu hören! Du hast Recht, unter der Geburt ist man so unter Anspannung, da kann man nicht immer klare Gedanken fassen… Unsere Hebamme hat damals im Vorbereitungskurs empfohlen, eine Liste mit allen Punkten, die einem wichtig sind, zu verfassen und diese sowohl zum Vorgespräch mit zu bringen, aber auch bei der Aufnahme im Krankenhaus noch mal an die Hebammen zu geben. Den Partner zu instruieren kann sicher auch nicht schaden.
      Wir hatten damals eine Beleghebamme dabei (die mich auch dieses mal in der Schwangerschaft und nach der Geburt begleitet, aber leider keine Geburten mehr betreut) und ich könnte sie bis heute knutschen: eine ganz tolle, unaufdringliche Person, die eine wahnsinnige Ruhe ausstrahlt. Sie hat einfach nicht zugelassen, dass uns jemand verunsichert. Sie kannte ja meine Wünsche für die Geburt und hat diese absolut respektiert, auch wenn ich nicht sicher bin, ob das immer ihre persönliche Entscheidung gewesen wäre. Bei Untersuchungen etc. wurde ich immer respektvoll gefragt, ob es ok für mich ist, wenn jetzt dieses oder jenes gemacht wird.
      Es wäre schön, wenn die Kliniken alle Gebärenden so respektvoll behandeln würden und im Rahmen des medizinisch vertretbaren einfach mal „machen lassen“ würden. Ich glaube, in ganz vielen Kreisssäälen ist diese Mentalität inzwischen angekommen. Wenn man aber Pech hat und eine Hebamme in alte Gewohnheiten zurückfällt und Programm X abspult hilft es bestimmt, wenn man gut vorbereitet ist und so klar wie möglich seine Wünsche zum Ausdruck bringen kann. Oder halt noch viel besser, jemanden dabei hat, der einen in diesem Sinne unterstützt!

      Ui, ich bin so gespannt, wie es dieses Mal wird! Apropos Wehen veratmen, hast Du da einen Tipp? Mich haben die Wehen irgendwann wie eine Dampfwalze überrollt, ehrlich gesagt wusste ich noch nicht mal mehr, ob ich überhaupt atme 😉

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